Die Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V. organisiert Freiwilligendienste aus und in Tansania und führt Projekte im Bereich Umweltschutz, Bildung und Begegnung durch. Mehr erfahren >


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Hier werde ich als alles mögliche betitelt, jedoch fast nie mit meinem eigentlichen Namen: Johannes.
Hier eine kleine Liste meiner bisherigen Namen und Betitelungen:


Yohana:
Sieht auf den ersten Blick etwas komisch und geschlechtsvertauscht aus, ist jedoch einfach nur die Übersetzung meines Namens ins Suaheli. Am Anfang war ich noch sehr verwirrt, wenn mein Boss mich anderen Menschen mit dem Namen Yohana vorstellte. Ein kurzer Blick in das Wörterbuch brachte zum Glück Klarheit. Meine anfänglichen Versuche, den vermeidlichen Fehler klarzustellen, stellte ich dann auch ganz schnell ein. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Durch meine automatische Zuordnung des Namens Yohana/Johanna zum weiblichen Geschlecht konnte ich bei mir sehr gut beobachten, wie stark man vom kulturellen Umfeld geprägt ist. Darauf zu achten, dass die Dinge aus meiner Sicht oft mit der deutschen Kulturbrille betrachtet werden, ist nicht so einfach, jedoch ist das Bewusstsein darüber sehr hilfreich und hilft oft, bestimmte Empfindungen zu hinterfragen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Mzungu:
Dieser Titel darf natürlich nicht fehlen. Mzungu oder in der Mehrzahl Wazungu werden hier weiße Personen genannt. Für Mzungu gibt es verschiedene Übersetzungen, wobei ich das Gefühl habe, dass die Menschen sich hier auch nicht ganz einig sind, welche stimmt. Zum einen kann es einfach weißer Mensch bedeutet. Alternativ kann es auch „Fremder“ heißen.
Oder mein Liebling: Es gibt/gab das Verb „kumuzunge“, was soviel wie „herumstreifen“ bedeutet. Da es früher, zu Beginn der Kolonialisierung, nur wenig weiße Menschen in Tansania gab, dachte man, es wäre immer die gleiche Person, die durch das Land streift. Wenn man diesen Titel als störend empfindet, hilft es ein paar Sprüche auf Lager zu haben, damit erntet man auch meistens ein paar Lacher. Mein Lieblingsspruch: Mimi si m(u)zungu, mimi ni mungu! Auf Deutsch: Ich bin kein Muzungu, ich bin Gott! Eine gute Überleitung zu dem nächsten ehrvollen Titel:
Jesus:
Bis Mitte des Freiwilligen Jahres wurde ich öfter auf der Straße Jesus genannt. Dies lag vor allem daran, dass meine Haare und mein Bart relativ lang waren und dadurch eine gewissen Ähnlichkeit entstand. Zumindest in deren Augen.

David Beckham:
Gleich an einem der ersten Tage wurde ich David Beckham genannt. Mittlerweile sind auch Namen anderer Fußballer dazugekommen. Von deutschen Freunden werde ich oft gefragt: Wie kannst du die Leute dort auseinanderhalten? Die sehen doch alle gleich aus!
Das scheint es nicht nur bei uns Deutschen zu geben, sondern auch meine Freunde hier haben manchmal Probleme, weiße Menschen auseinanderzuhalten. Oder sie sehen Ähnlichkeit, wo es in meinen Augen keine Ähnlichkeit gibt. Dies liegt vor allem daran, dass man bei einem Menschen zuerst auf Auffälligkeiten achtet. Wenn man sein ganzen Leben hauptsächlich von weißen Menschen umgeben ist, dann ist diese Auffälligkeit bei andersfarbigen Menschen oftmals die Hautfarbe. Unterschiedliche Gesichtszüge fallen dadurch oftmals weniger auf. Andersrum scheint es ähnlich zu sein.

White Giant:
Einer meiner Lieblingsnamen! Die Menschen hier in Njombe sind durchschnittlich etwas kleiner als in Deutschland. Auch in Deutschland stach ich oftmals durch meine Größe aus der Menge heraus. Hier habe ich jedoch erst eine Handvoll Menschen gesehen, die gleichgroß oder sogar größer als ich waren. Laut dem Wissenschaftlern besteht ein genereller, statistischer Größenunterschied zwischen den Menschen in Industrieländern und Entwicklungsländern. Teilweise seien diese Unterschiede auf Genetik zurückzuführen, jedoch ist der Hauptgrund dafür, dass viele Menschen in Entwicklungsländern durch Mangelernährung, vor allem im Kindesalter, ihr genetisches Potenzial nicht ausschöpfen können, also nicht so groß werden, wie sie eigentlich könnten. In Deutschland waren die Menschen früher auch einiges kleiner, bis durch die Industrialisierung die Verfügbarkeit von Lebensmitteln verbessert wurde. Dadurch konnten die Menschen abwechslungsreicher und ausgewogener Essen und ihre genetisches Potenzial besser ausschöpfen.

White Giant im Größenvergleich
White Giant im Größenvergleich

White Giant im Größenvergleich

Auf jeden Fall erlebt man hier manchmal vollkommen unerwartete, witzige Situation. Ich mag es sehr, dass viele Menschen hier offen gegenüber anderen sind. Man wird oft begrüßt und in Gespräche verwickelt, auch wenn es manchmal wildfremde Personen sind. Dadurch kann man sehr schnell Menschen kennen lernen.